Menschen

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Falters Zoo | Lukas Matzinger | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Der Teufel hat viele Namen. In Österreich nennt er sich Lil Young, Pineapple the Fruit Dude oder einfach Money Boy. Wobei, stopp! - so will der Wiener Rapper jetzt nämlich nicht mehr genannt werden. Am vergangenen Sonntag hat der Gottseibeiuns des österreichischen Feuilletons seine Social-Media-Kanäle so weit wie möglich umbenannt. Nach einem Eklat bei einem Auftritt in Wien will Money Boy jetzt nur noch Why SL Beezy genannt werden. Was war passiert? Für halb zwölf wäre der Boy bei seinem Konzert am Samstag im Wuk angesagt gewesen. Auf die Bühne gekommen ist er um kurz vor eins. Soll so sein - solche Verspätungen leisten sich sogar Schwiegermütter- und Ö3-Lieblinge bei ihren Liveshows ganz gern einmal. Nur die Swagger, die zu Money Boy gekommen waren, fanden das nicht so witzig. Auch dass der Boy, als er dann endlich da war, ziemlich (mindestens) betrunken gewesen sein und bloß Playback gespielt haben soll, trug wenig zur samstagnächtlich heißen Stimmung bei. Seine "Fans" zeigten ihm fleißig Mittelfinger, schmissen Becher, führten sich auf. Und Money Boy führte zurück. Seine Gang warf Becher und zumindest eine Glasflasche runter ins Publikum, Money Boy selbst schleuderte sein Funkmikro in die Meute. Am Ende kam die Polizei. Gig vorbei.

Der Tag danach: Eine Frau gibt an, von einer geworfenen Flasche verletzt worden zu sein. Gegen Money Boy wird Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Der Boy tauft sich spontan um und lässt seine Fans auf Twitter wissen: "wir eh bald usa big. dann brauchen wir euch looser nivht mehr". Und dann meldet sich auch noch das größte österreichische Rockfestival zu Wort: Der hiesige Open-Air-Oligarch Ewald Tatar hatte dem als traditionell eher spaßigen Late-Night-Act gebuchten Money Boy den Auftritt bei seinem heurigen Nova Rock versagt. Mit solchen Handlungen will er nichts zu tun haben, sagt Tatar. Wenn er jetzt auch alle Rockmusiker, von denen skandalöse Gigs und Angriffe auf Fans dokumentiert sind, vom Nova-Rock-Line-up streicht, wird das heuer eine ziemlich ruhige Angelegenheit.

Gott hat viele Namen. Manchmal sogar weibliche. Wie in Österreich zum Beispiel, da heißt er Desirée Treichl-Stürgkh. Die manierige Powerfrau, die Blaublütige, die geschmackvolle Geberin und nicht zuletzt auch Opernball-Mutter der Nation ist jetzt wieder back im Brotberuf. Und das ist bei der Frau mit dem halb adeligen, halb Bankmanager-Nachnamen jener der Chefredakteurin und Herausgeberin des Wohnmagazins H.O.M.E., bei dem sie obendrein auch ganz gern einmal das Covermodel macht. Nach neun Opernbällen konzentriert sie sich wieder volles Karree auf ihre Familie, ihr Daheim, ihr Heft. Und jetzt war wieder die Zeit des Jahres, wo es im Hause H.O.M.E. ordentlich was zu feiern gibt - die hauseigene Edel-Möbel-Messe, das sogenannte H.O.M.E.D.E.P.O.T., war zu absolvieren. Und Desi did well. Auf irrsinnig vielen Quadratmetern des Semperdepots der Akademie der bildenden Künste zeigte Treichl-Stürgkh den Wiener Gutverdienern auch heuer wieder, wie sie wohnen sollen. Zur Eröffnung war erwartungsgemäß was los. Daniel Serafin (Sohn von Harald), Birgit Ruzowitzky (Frau von Stefan), Christoph Straub (Vater von Zoë) und Tina Konsel (Frau von Michael) waren da. Die Gastgeberin ist endlich wieder sie, sagte sie. Gottlob!


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