Hazara, ewige Außenseiter

Schwerverletzte in der Brigitt enau. Hazara kämpfen gegen Tschetschenen. Hazara? Österreich hat eine neue Minderheit. Was haben sie erlebt, warum sind sie hier?

Politik | Völkerkunde: Sibylle Hamann | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Der Handelskai, Brigittenau, ein Samstagabend im März. Eine Gruppe Burschen rückt mit Messern und Eisenstangen an und fällt über eine kleinere Gruppe Burschen her. Es gibt Schwerverletzte. Viel Blut. Zwei Anzeigen wegen Mordversuchs, fünf wegen schwerer Körperverletzung.

Der Schock ist groß. Was ist los in der Brigittenau? Wer sind diese Leute? Die Opfer seien Tschetschenen, heißt es, die Angreifer Hazara. Es habe Beleidigungen auf Facebook gegeben. Befriedigend ist diese Information nicht. Wo derart viel Aggression im Spiel ist, so ahnt man, könnten ethnische, politische, religiöse Faktoren mitspielen. Die Tschetschenen kennt man in Wien ja schon länger als "Problemgruppe" - häufig sind sie durch den Krieg traumatisiert, leben in autoritären Familienstrukturen, neigen zur Abschottung, manchmal zu Gewalt und Sympathien mit dem terroristischen Islamischen Staat (IS).

Aber was haben Tschetschenen mit Hazara zu tun? Warum mögen die einander nicht? Was verbindet, was trennt sie?


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