Ein Teppich für die Palais

Die Herrengasse wird Begegnungszone - und die privaten Anrainer bezahlen sie. Eine Win-win-Situation für alle oder ein neues Goldenes Quartier?

Stadtleben | Gassengang: Maik Novotny | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Der moderne Mensch, der durch die Straßen eilt, sieht nur das, was in seiner Augenhöhe ist. Niemand hat heute Zeit, Statuen auf Dächern zu betrachten. Die Modernität einer Stadt zeigt sich im Straßenpflaster", so das Verdikt des Architekten Adolf Loos. Flanierte der Ornamentverschmäher heute durch die Straße, an deren Anfang das nach ihm benannte Haus steht, er würde sich bestätigt sehen.

In der schmalen Herrengasse, einer der ältesten Straßen Wiens, drängen sich Autos, Taxis, Radler und Fiaker, während sich die Fußgänger an den Fassaden entlangquetschen. Die Touristengruppen, die sich schnatternd vor dem Café Central stauen, werden ungeduldig umschifft von eiligen Ministerialbeamten. Für die Fassaden der fast lückenlosen Reihe an prachtvollen Palais hat niemand von ihnen ein Auge, man würde sofort niedergerannt werden.

Das wird sich bald ändern: Denn die Herrengasse wird, wie diese Woche bekanntgegeben wurde, Begegnungszone. Das heißt, alle Verkehrsteilnehmer teilen


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