Theater Kritik

Köck Nummer zwei: Zu viel Vergangenheit

Lexikon | Martin Pesl | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

An posttraumatischer Belastungsstörung leidet der aus Afghanistan zurückgekehrte Soldat, was zunächst sein Umfeld irrer macht als ihn selbst. Dann aber will er die rätselhafte Geflohene retten, die sich Isabelle Huppert nennt (Katharina Klar, die unter roter Perücke kokett Interviewtexte des Filmstars lipsynct), und verschanzt sich mit ihr in einer Lagerhalle. Vor allem dank eines knallharten Christoph Rothenbuchner in der Hauptrolle wird "Isabelle H. (geopfert wird immer)", das zweite Thomas-Köck-Stück der Woche, von Felix Hafner packend erzählt und wirkt weit weniger fasrig als das erste. Erst am Ende setzt der Autor gezielt das Dekonstruktionsmesser an und legt die Metaebene frei: eine heilsame Kur für die grassierende postdramatische Belastungsstörung.

Volx/Margareten, Di 20.00


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