H wie Haarschnitt

Was in Griechenland und Zypern recht war, sollte in Kärnten nur billig sein. Auch die deutschen Investoren sollten ihren Beitrag zu einem Schuldenschnitt leisten

Politik | Gastkommentar: Gottfried Schellmann | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Der Bezug zu Griechenland ergibt sich schon aus dem Namen der Abwicklungsgesellschaft, Heta entspricht dem griechischen Buchstaben "H". H wie Hypo. Besser wäre noch: H wie Haircut. Die Gläubiger der Hypo-Alpe-Adria-Abwicklungsgesellschaft Heta haben vergangene Woche über ein Angebot Kärntens und des Bundes entschieden. Sie hätten rund 80 Prozent des Nominalwertes der Anleihen erhalten, Kärnten wäre damit alle Haftungen losgeworden (siehe auch Seite 19). Die Gläubiger lehnten ab.

War dies klug?

Das Angebot war eigentlich viel zu großzügig, wenn man den Umstand einrechnet, dass die Mehrheit der Gläubiger aus Deutschland stammt oder von dortigen Anwälten und Syndikatssprechern orchestriert wird. Dies führt direkt zur Frage nach den Verursachern der Hypo-Pleite. Es wird gerne ausgeblendet, dass in etwa für 60 Prozent des Totalunfalls der Kärntner Hypo das politische Umfeld Kärntens und zu 40 Prozent die bankwirtschaftlichen Künste bayerischer Eigentümer verantwortlich waren.


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