Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Pop

Låpsley: Long Way Home

Wenn junge Musikerinnen an große Labels geraten, werden sie in der Regel als Erstes umgestylt. Nicht so Holly Lapsley Fletcher. Die 19-Jährige aus York schreibt und produziert ihre Songs selbst, schraubt am Laptop rum, spielt Piano, Gitarre und Oboe. Auf ihrem Debütalbum bewegt sie sich virtuos zwischen der balladesken Innerlichkeit eines James Blake, modernem R&B und dem Soulpop ihrer Labelkollegin Adele. Im Gegensatz zu dieser bleibt Låpsley bei aller Emotionalität aber immer etwas distanziert und kühl. (XL) SF

Jazz

Bill Frisell: When You Wish upon a Star

Seine Affinität zum Film hat der US-Gitarrist schon durch Live-Begleitung von Stummfilmen bewiesen, nun legt er ein Kraut-&-Rüben-Bestof von teils sehr aufgelegten ("Once upon a Time in the West", "The Godfather") Filmmusiken vor, die meist überzeugender sind, wenn Petra Haden keine Lyrics singt. Die Happy-Deppi-Signation von "Bonanza" ist ein echter Spaß, und wenn Eyvind Kangs Viola Bernhard Hermanns Streicher im Alleingang wiedergibt, ist das schon komisch: "Psycho" als Puppentrickfilm. (OKeh) KN

Klassik

Cornelia Horak u.a.: Dichter.Liebe

Schumanns "Dichterliebe" nach Gedichten Heines zählt zu den schönsten Liederzyklen überhaupt. Gemeinsam mit der Sopranistin Cornelia Horak interpretiert ihn hier der Sprecher Christoph Wagner-Trenkwitz. Ein Glücksgriff ist Stefan Gottfried, der sich als ausgezeichneter Liedbegleiter entpuppt und auch drei Solostücke von Schumann beisteuert. Seit kurzem steht der ehemalige Assistent Harnoncourts übrigens vor einer neuen Herausforderung: als dessen Nachfolger beim Concentus Musicus. (Gramola) MDA


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