Theater Kritiken

Queeres Liebesspiel: Schnitzler postmodern

Lexikon | SS | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Als der "Reigen" 1920 uraufgeführt wurde, löste er einen der größten Theaterskandale des Jahrhunderts aus. Schnitzler erzählt darin in zehn erotischen Dialogen, die sich im Kreis bewegen und zum Schluss wieder beim Anfang ankommen, von sexuellen Begegnungen zwischen Dirnen, Soldaten und Stubenmädchen. Heute würde so ein Liebeskarussell ganz anders ausschauen, daher nennen Yosi Wanunu und Haiko Pfost ihre Inszenierung in queerer Besetzung (Denice Bourbon, Dutzi Ijsenhower, Denise Kottlett u.a.)"Reigen (The making of a post porn Schnitzler)". Auf einer Bühne auf der Bühne spielen die Performer Szenen des Stücks, an Schminktischen verwandeln sie sich langsam in Schnitzler-Figuren und erzählen persönliche Love-und Sex-Storys. Das sind die stärksten Momente dieses charmanten Abends, der ruhig noch ein bisschen gewagter sein könnte.

Werk X, Do 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige