Stadtrand Urbanismus

Wien, verleite mich (bitte endlich)

Lukas Matzinger kennt sich halt nicht aus

Stadtleben | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Es soll ja Städte geben, die mit Touristen zu tun haben und die vorsätzlich auch gerne Touristen bei sich haben und den ortsunkundigen Fußgängern ein wenig auf die Sprünge helfen. Da stehen Wegweiser an jeder Gabelung, die zeigen, wo man sich befindet und in welcher Richtung die Sehenswürdigkeiten liegen, es gibt Leitsysteme zu großen Haltestellen mitsamt Angabe der Gehminuten bis dahin. Und dann gibt es Wien. In Wien hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man kennt sich aus oder halt nicht. Eine verschachtelte Innenstadt wie nur was, und nichts und niemand weit und breit, um einem den Weg zu weisen. Was zur Folge hat, dass man nicht einmal vom Schwedenplatz zum Stephansplatz finden würde, wüsste man es nicht besser. Der Orientierung dienen hier noch eher archaische Gepflogenheiten. Sonnenstand gibt's nicht so oft, Wind schon, aber der kann aus allen Richtungen kommen. Eine Möglichkeit stellt das altertümliche Nachdem-Weg-Fragen dar. Was auch nicht so leicht ist in einer Stadt, vor der man gewarnt wird, dass höfliches Nachfragen einem bösen Anschlag auf die Laune des Befragten gleichkommt.


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