Integration im Wasserglas

Welche Werte bringt die Republik Österreich Flüchtlingen bei, und wie? Der Falter lernte, was Zucker, Öl und Orangensaft damit zu tun haben

Politik | Werteschulung: Nina Horaczek | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Unsere Werte in drei Gläsern, alle halbvoll mit Wasser gefüllt. Bis die Flüchtlinge Integration trinken dürfen, dauert es noch. Zuerst steht Adolf Hitler auf dem Lehrplan.

Zwölf Männer und zwei Frauen aus Syrien und dem Irak sitzen in einem Sesselkreis in einem kargen Zimmer des Wiener Integrationsfonds auf der Landstraßer Hauptstraße. Sie hören Trainerin Ursula Sagmeister zu, die gemeinsam mit einem aus Ägypten stammenden Dolmetscher einen "Werte- und Orientierungskurs" abhält. Acht Stunden dauert diese Werteschulung, die bald verpflichtend für alle Flüchtlinge in Österreich eingeführt werden soll.

"Ganz wichtig war die Zeit des Nationalsozialismus, als wir einen schrecklichen Diktator hatten", erklärt die Trainerin. "Da haben wir eine große Mitschuld daran, dass so viele Menschen gestorben sind. Außerdem stehe in Österreich die Verfassung immer über der Religion, die Menschenrechte würden respektiert und Pünktlichkeit sei eine Form von Höflichkeit." Letzteres ist


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