Hauptsache nicht Mitte dreißig

Die Kölner Kumpelrocker AnnenMayKantereit liefern Individualität für die Massen. Schlecht? Kein bisschen

Feuilleton | Porträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Ausverkauft! Ausverkauft! Ausverkauft! Ihr erstes reguläres Album "Alles nix Konkretes" ist zwar noch gar nicht erschienen, wer die junge Kölner Band AnnenMayKantereit demnächst auf ihrer Frühlingstournee sehen möchte, hätte sich das aber schon vor Monaten überlegen müssen. Egal, wo das Quartett hinkommt, Karten gibt es keine mehr.

In Wien füllen sie die Arena, mehr als tausend Menschen finden da Platz. Und wenn AnnenMayKantereit Mitte Juli neben der norddeutschen Diskurspop-Institution Tocotronic beim Festival Out Of The Woods in Wiesen auftreten werden, fungieren nicht die Alten, sondern die Jungen als Hauptact.

Die Jungen, die eher nach den mittleren 1970er-Jahren als nach der Zukunft klingen: AnnenMayKantereits Rock-Entwurf ist trocken und kompakt, Folk, Blues und ein Hauch Country spielen mit rein, und anstatt zeitgenössischer Elektronik gibt es lieber einmal eine bei Neil Young geborgte Mundharmonika zu hören.

Dazu singt ein schmächtiger Bursche mit der herb-emotionalen Stimme


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