"Jede und jeder im Rudel zählt"

Familientherapeut Jesper Juul fordert in seinem neuen Buch Eltern auf zu führen

Stadtleben | Rezension: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Was tun, wenn die kleine Tochter abends partout nicht im Bett bleibt und immer wieder zu den Eltern läuft? Die Mutter ist ratlos. Einerseits will sie Ruhe, andererseits ihr Kind nicht verletzen. Für Jesper Juul ist klar: Die Mutter kann sich nicht durchsetzen, weil sie für sich selbst nicht geklärt hat, was sie will - Zeit für sich oder mit ihrer Tochter?

Juul, seit mehr als 35 Jahren Familientherapeut und so etwas wie die oberste Instanz für in Erziehungsnot geratene Eltern, hört in den letzten Jahren verstärkt Klagen von Vätern und Müttern, wie furchtbar schwierig das Aufstehen und Fertigwerden, das Essen und Schlafengehen sind. Für ihn ist das ein klares Zeichen mangelnder Führung.

In seinem neuen Buch "Leitwölfe sein" schreibt der dänische Bestsellerautor: "Kinder brauchen Eltern als Leitwölfe, damit sie sich im Dickicht des Lebens zurechtfinden." Denn Kinder kämen zwar sehr kompetent zur Welt, ihnen fehlten aber praktische Lebenserfahrung und Überblick. Heute sehe er


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