Glosse

Der schöne Irrsinn und die Botschaft des Fußballs

Johann Skocek über Fußball als Integrationsmotor

Stadtleben | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Peter Stöger fühlt sich wohl in Köln. Er ist seit mehr als 1000 Tagen Trainer des 1. FC Köln, im Moment tut sich die Mannschaft schwer. "Manchmal machst du alles richtig und es funktioniert trotzdem nicht", sagt er.

Fußball ist Irrsinn, Köln ist Irrsinn, in der zweiten Liga hatten sie einen Zuschauerschnitt von 46.000, das Doppelte der österreichischen Bundesliga. Zu Silvester belästigten dort Männer haufenweise Frauen, die "Willkommenskultur kippte", so Stöger, "viele Flüchtlinge sind in Köln, im Alltag merkt man davon nichts." Er trainiert Burschen aus vielen Ländern und Kulturen, völlig reibungslos. Fußball ist ein Integrationsmotor, sagt er. Derzeit hypen sie in Deutschland den neuen Mittelfeldstar von Mönchengladbach, Mahmoud Dahoud, einen 20-Jährigen mit syrischen Eltern.

Auch wenn Multikulti-Profi-Teams nicht repräsentativ für die Gesellschaft rundherum sind, ein Hinweis auf den Lohn der Offenheit sind sie allemal. "Es gibt Wichtigeres als Sport", sagt Stöger, "aber gerade im Sport sieht man, dass Herkunft, Religion, Hautfarbe egal sind. Man muss sich in eine Gruppe einordnen, an ein gemeinsames Ziel glauben." Auch wenn es nur so ein banales ist wie drei Punkte.


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