Was kann die Geldpolitik der EZB?

Echte Impulse ergeben sich nur durch eine begleitende Unterstützung durch Fiskalpolitik und höhere Löhne

Falter & Meinung | Kommentar: Helene Schuberth | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Die Europäische Zentralbank hat vergangene Woche eine Entscheidung bekannt gegeben, die seither heftig diskutiert wird: Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt. In anderen Worten: Banken können sich Geld ausborgen, ohne Zinsen zahlen zu müssen.

Das Ziel der EZB, die Inflationsrate bei knapp unter zwei Prozent zu verankern, wird seit Beginn 2013 laufend verfehlt. Im Februar dieses Jahres sank das Preisniveau im Euroraum nach vorläufiger Schätzung um 0,2 %. Wesentlich dazu beigetragen hat der starke Rückgang des Ölpreises - seit Mitte 2014 um fast 70 %. Aber auch die Kerninflationsrate, die die Preissteigerung ohne Nahrungsmittel und Energie misst, liegt mit 0,8 %(Schätzwert für Februar 2016) unter dem Ziel.

Warum ist Deflation zu vermeiden? Erwarten Konsumentinnen und Konsumenten sinkende Preise, wird der Konsum verschoben; Unternehmen wiederum verschieben Investitionen in die Zukunft. Deflation bedeutet auch, dass der reale Wert der Schulden steigt: Da der Schuldenstand nominell


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