Ménage à quatre mit püriertem Gemüse

In Ronja von Rönnes Debütroman "Wir kommen" langweilen ein paar Twentysomethings nicht nur sich, sondern auch die Leser

Feuilleton | Diagnose: Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Alle paar Jahre passiert es, dass sich ein Twenty-something mit einem Roman als Klassensprecher( in) seiner oder ihrer Generation hervortut. Nachdem ein Kritiker angemerkt hat, dass das eigentlich alles ein alter Hut sei und die jungen Menschen sich mal nicht so haben sollten, antwortet ein anderer, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um Joachim Lottmann oder Maxim Biller handelt, dass hier endlich die Jugend wieder einmal ihre wütende, authentische Stimme erhebe, und dass alle alten Säcke außer ihm selbst jetzt gefälligst den Rand halten sollten.

Ronja von Rönne hat für ihr soeben erschienenes Romandebüt "Wir kommen" vorgebaut. Die Jungfeuilletonistin der Welt hat sich nicht nur ihren Ekel vor dem Feminismus von der Seele geschrieben, sondern sich in einem anderen provokanten Artikel auch ein bisschen über die Konjunktur von Burn-out, Borderline-Störungen und anderen psychischen Krankheiten mokiert. Weil RvR aber weiß, dass psychische Probleme so normal sind "wie Magen-Darm-Infekte",


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