Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 11/16 vom 16.03.2016

Josef Redl kommt von einem Termin zurück, stellt drei Kartons in die Küche und ruft: "Ich habe mich und Brötchen schmieren lassen!" Die Anfütterung von Redakteuren wird im Falter nur in einem Fall geduldet: wenn die Beute untereinander aufgeteilt wird und man sich mit dem Anfüttermaterial tatsächlich anfüttern kann.

Noch bevor Redl von seinem Termin erzählt, beißt Nina Brnada ins erste Brötchen mit Speck und Ei. Tatjana Ladstätt er hält die bunte Kreation mit ihrem Smartphone fest. Barbara Tóth eilt herbei, sie müsse dringend zu einem Termin. Sie verpasst im letzten Moment die Abbiegung zum Ausgang und bleibt in der Küche hängen. "Ich liebe diese Brötchen", sagt's, greift's und verschwindet zum dringenden Termin.

Portier Josef Egger, dessen Arbeitsplatz günstig neben der Küche liegt und der stets E-Mails an alle schreibt, wenn es Beute gibt, lässt diesmal das Tippen bleiben, um seine Hände fürs Futter freizuhalten. "Wo sind die Schwedenbomben?", fragt er. Redl deutet auf den unteren Karton. "Der Redl ist ein sympathischer Kollege", sagt Egger.

Die Kunde der Beute ist nun bis ins Programmbüro vorgedrungen. Stella Auracher, Nathalie Großschädl, Lisa Kiss und Martin Nguyen kommen gelaufen. Die Redaktion mampft. Binnen Minuten ist alles weg.

Nur im oberen Stock kam die Mundpropaganda nicht an. Eine Stunde später erschallt ein Schrei vor den leeren Kartons. "Wieso habts nix gsagt, dass da lauter Brötchen waren?!", ruft Raphael Moser empört.

Portier Egger verschwindet unter seinem Pult. Er muss gerade etwas suchen.


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