Nüchtern betrachtet

Die Navy SEALs des Bärlauchverzehrs

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Vor ein paar Jahren hat irgendjemand aus dem Daumen-rauf-Daumen-runter-Universum damit begonnen, den Bärlauch zu bashen. Also nicht den Bärlauch als solchen, sondern vielmehr die Unart, den Bärlauch ab Mitte März in alles reinzuschneiden und - zustopfen, in das man Bärlauch nur reinschneiden und - stopfen kann: Suppen, Strudel, Schinken, Slips und Shorts aus Esspapier. Natürlich ist das eine saisonale kulinarische Schrulle, aber im Unterschied zum Valentinstag, der nur zum Kauf von Valentinstagskommerzkram animieren will, um die Valentinstagskommerzkramindustrie noch fetter zu machen, als sie ohnehin schon ist, kann man die Bärlauchsaison bejahend begehen, ohne den Bärlauchmanufakturen die Schraubgläser abzukaufen, in denen das gleiche Zeug wahlweise als Bärlauchpesto, Bärlauchmarmelade und Bärlauchpeeling abgefüllt wird.

Ohnedies überlässt der Bärlauch das Feld dann sehr bald dem Spargel. Aber wo die wenigsten Menschen ihren Spargel selbst stechen, ist Selbsternte beim Bärlauch


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