Woran die Türkei sich offiziell nicht gerne erinnert

Zwei Bücher rekonstruieren den "Aghet", den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts, an den Armeniern im Frühjahr 1915

Politik | Rezension: Christine Zeiner | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Armenien ist normalerweise nicht der Hotspot der internationalen Berichterstattung. Die meiste Aufmerksamkeit bekommt das Land im Kaukasus rund um den 24. April, an dem des Genozids gedacht wird, des sogenannten Aghet (Katastrophe), wie die Armenier jene grauenvollen Ereignisse nennen, die im Frühjahr 1915 begannen. Sie sind als der erste Genozid des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingegangen. In Armenien selbst spielt das Thema aber nicht bloß zum Gedenktag eine Rolle: Die Angst der Armenier vor erneuten Übergriffen sitzt tief, das zeigt sich auch in der ambivalenten Haltung zu Russland.

Man schimpft zwar auf Russland und auf die Verbandelungen der armenischen Politiker mit Moskau - aber: "Wenn uns Aserbaidschan oder die Türkei angreift, hilft uns nur Russland", sagt Hasmik, eine 30 Jahre alte Armenierin in Jerewan.

Im Sommer letzten Jahres war das Zentrum der Hauptstadt voll mit wütenden Menschen, die gegen die korrupte Regierung und die katastrophale wirtschaftliche Lage im Land


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