"Warum jetzt noch?"

Um Trennungskinder sorgt man sich, aber wer kümmert sich, wenn sich Eltern von jungen Erwachsenen scheiden lassen? Die Folgen der "Gray Divorce Revolution" werfen die Generation 20 plus aus der Bahn

Stadtleben | Recherche: Anna Goldenberg | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Die 25-jährige Carola (Name geändert), Publizistikstudentin in Wien, ist nach einer Lehrveranstaltung gerade auf dem Heimweg, als der Vater anruft. Die Mutter ist ausgezogen, sagt er. Carola muss tief durchatmen. 28 Jahre sind die Eltern verheiratet gewesen und ja, Carola hat immer gewusst, dass die Ehe kein "Fairy Tale" war, wie sie es nennt. Dennoch kommt die angekündigte Scheidung als Überraschung. Warum jetzt noch? Sie hatten doch schon so viel miteinander durchgemacht.

Vier Jahre ist das her. Heute spricht Carola reflektiert über die Trennung der Eltern, versteht die Beweggründe ihrer Mutter, die jung heiratete, stets im Betrieb des Vaters arbeitete und sich selbst verwirklichen wollte. Auf die Trennung folgt eine stressige Zeit, in der Carola nicht nur zwischen den Eltern vermitteln, sondern auch ihre Magisterarbeit fertigstellen muss. Sie stößt auf wenig Verständnis: "Wieso trifft dich das so hart?", hört sie oft. "Es hat mich niemand verstanden", sagt sie.

Was mit Carolas


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