Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert - Veranstaltungen im Überblick

Raven wird sicherer: Danke, Hipster!

Katharina Seidler ist Musikjournalistin und Mitarbeiterin von FM4. Sie prüft die Beats und Partys der Wiener Clubszene

Lexikon | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

In den Händen der Hipster wurde Dance Music langweilig und verwässert. Raves früher sollten sich riskant anfühlen; heute trinken Hipster weniger und feiern in sorgfältig geplanten safe spaces." Mit diesen Worten hat sich vergangene Woche der britische Veranstalter George Hull aus dem Partybusiness zurückgezogen. Anstatt etwa die Kommerzialisierung der Dance-Kultur zu kritisieren -ein Festival-Ticket kostet 180 Euro, Bühnen sind nach Sponsoren benannt -, schimpft er vor allem über die zunehmende Sicherheit bei Club-Events. Gerade einen Tag zuvor hatte in Wien nach dem Rhiz und dem Fluc auch das Werk verlautbart, dass es in Zukunft verstärkt gegen sexuelle und andere unangenehme Übergriffe in seinen Räumen vorgehen möchte. Wenn, wie Hull kombiniert, die "Hipster" daran schuld sind, dass Partymachen sicherer und angenehmer für alle Beteiligten wird, möchten wir uns hiermit gerne bei ihnen bedanken.

VORSCHAU

DONNERSTAG (24.3.): "Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens", weiß Schorsch Kamerun und liest im Wuk aus seinem ersten Roman. Im Konzertcafé Schmid Hansl ist Liederabend mit Mira Lu Kovacs und Lukas Lauermann, K:sun und die Sir3ne-Crew tauchen im Fluc ins Hardcore Kontinuum ab, und female:pressure und sound:frame machen gemeinsame Sache im Elektro Gönner.

FREITAG: Zweimal Superhouse: Glow hat im Celeste Project Pablo vom kanadischen Spitzenlabel 1080p zu Gast, während Phil Weeks bei den Spritzwein Sessions im Sass Funk und zerschnipselten Soul vermixt. Bei Rave, Jungle und Acid leuchtet der Club-U mit DJ CS in Neonfarben, Dead Prez machen die Fluc Wanne "bigger than Hip-Hop", Vihanna tut sich im Curtain mit den serbischen Juke-Aficionados des Mystic-Stylez-Kollektivs zusammen und im Flex bouncen Dandy Jack und Argenis Brito gut gelaunt zwischen Techno und House hin und her. Enzo Siffredi füttert der Grellen Forelle deepen Techhouse, das serbische Duo Ontal beschwört im Werk die Techno-Apokalypse und die zwei Drum'n'Basser Amoss schwingen in der Auslage die Peitsche.

SAMSTAG: Das House-Label Luv Shack Records feiert im Volksgarten vierten Geburtstag, während im Rhiz auf fünf Jahre Nil Desperandum angestoßen wird. Pertubator erzählt in der Grellen Forelle mit Synthesizern Science-Fiction-Geschichten, Jamie Tiller serviert bei Basic Rhythm im Celeste House, Boogie und Exotica, und im Wuk steht der antirassistische Rap-Punk Defjim auf der Bühne.

seidler@falter.at


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