Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Pferdesex

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Heidi List | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Ich kenne wen, der jedes Mal, wenn er Richtung Schwechat fährt, bei der Ausfahrt Mannswörth "It's a Ma-hahan's-wörth!" jamesbrownen muss. Das ist hart. Man hasst sich dann, weil: Man will das nicht zwanghaft singen müssen, vor allem, wenn man oft zum Flughafen muss.

Ich kenne das und nenne es Metapherhysterie. Das läuft wie folgt ab: Ich lese über den US-Schriftsteller James Salter, dass er in "Alles was ist" einen elenden Satz über Sex geschrieben hätte: "Die Stille war überall, und er kam wie ein trinkendes Pferd." So. 1. Ja, ist blöd. 2. Das eine trinkende Pferd auf Youtube macht fades Geschlürfe mit einem Tick dämlichen Unterlippenhervorgeschiebe. 3. Und dann geht's los. Man kann kein Pferd mehr sehen, ohne an einen unterlippenhervorschiebenden Ejakulierenden zu denken. Man kann keine Leberkäsewerbung mehr sehen, ohne an Sex zu denken. Man kann keine Männer mit Getränken sehen, ohne an Pferde zu denken. Man kann nicht mehr trinken, ohne an Unterlippen zu denken.

Man denkt beim Sex an Leberkäse, das kommt gleich nach Nonne und Rollmops. Man wird vermutlich verrückt und einsam.


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