Das Rückgrat der Osterjause

Plädoyer für die Osterjause samt Rezept für die Ewigkeit

Gerichtsbericht: Katharina Seiser | Stadtleben | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Ostern wird kulinarisch komplett unterschätzt. Zu Weihnachten machen sich alle in die Hose vor lauter Stress mit dem Einkaufen von Luxuszutaten und überheben sich mit Rezepten, die sie im Rest des Jahres (zu Recht) für unnötigen Chichi halten würden. Für mich ist Ostern viel spannender. Nur da gibt es die kräftig geselchten Osterkrainer vom Freilandschwein, gefüllte Eier nach dem Rezept meiner Mama (es steht auf esskultur.at) und frisch gebackene Osterpinzen.

An den beiden Adjektiven vor dem norditalienischen, seit dem 19. Jahrhundert auch in der Steiermark beheimateten Backwerk dürfte abzulesen sein, dass gekaufte Osterpinzen keine Option sind.

Warum ich das mit Fug und Recht behaupten kann? Vor einigen Jahren haben ein paar Freundinnen und ich im Rahmen des auf Twitter erfundenen #jourdoux 23 in Wien erhältliche Pinzen verkostet. Das Ergebnis in einem Wort: Entsetzen.

Wie man dieses feierliche Gebäck so verhunzen kann, davon habe ich mich bis heute nicht erholt: widerlich penetrante

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