Watchdog

Ungarns Wachhunde suchen Spender

Medien | Josef Redl | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Vor etwas mehr als fünf Jahren verabschiedete das ungarische Parlament, in dem die Fidesz von Viktor Orbán die absolute Mehrheit hat, ein umstrittenes Mediengesetz. Dieses räumt der staatlichen Medienbehörde umfassende Möglichkeiten der Einflussnahme auf die mediale Berichterstattung ein. Kurz gesagt: Die staatliche Zensur wurde eingeführt.

Seither sind große Teile der ungarischen Medienlandschaft gleichgeschaltet im Sinne der Orbán-Regierung. Seit einem Jahr schreibt das unabhängige investigative Journalismusprojekt Direkt36 gegen staatliche Zensur, Korruption und Günstlingswirtschaft in Ungarn an.

Auf www.direkt36.hu werden (auch in englischer Sprache) groß angelegte Recherchen veröffentlicht - über die Geschäfte von Viktor Orbáns Schwiegersohn, den politischen und wirtschaftlichen Aufstieg der rechtsradikalen Jobbik-Partei und fragwürdige Auftragsvergaben der öffentlichen Hand

Das kleine Team finanziert sich ausschließlich über Spenden. Nach der erfolgreichen Startfinanzierung vor einem Jahr wendet sich die Non-Profit-Organisation jetzt mit einem Crowdfunding an seine Leser.

Ab einem Mindestbetrag von zehn Euro ist man dabei - ein besseres Geschenk kann man den ungarischen Nachbarn nicht machen.


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