Meinesgleichen

Democrats in Austria also feel the Bern

Falter & Meinung | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Donald Trump fasziniert die Medien, in Österreich und anderswo. Trump ist nicht nur ein Medienereignis, er ist ein Deal. Er verdoppelt und verdreifacht Klick-und andere Raten, wo immer er auftritt, und er tut showmäßig alles dazu, um diesen Effekt zu garantieren. Jeder, der sich kritisch in ihn verbeißt, steigert mit Trumps Quote auch seine eigene. Das übliche Aufmerksamkeitsspiel mit seiner kranken Dialektik. Megyn Kelly, Moderatorin des reaktionären Murdoch-Senders Fox-TV, ist Trump dankbar dafür, dass er auf ihre lästigen Fragen hin mutmaßte, sie habe wohl die Regel.

Kellys Quoten sausten nach oben, der Vorschuss für ihr Buch ebenso. Man lässt sich gern anpinkeln, wenn der Urin vergoldet wird. Das bringt Trump, wie die New York Times ärgerlich konstatierte, überlegene Medienaufmerksamkeit. Im Februar gab er zehn Millionen Dollar für Werbung aus, kassierte aber einen Werbewert von 1,8 Milliarden. Hillary Clinton gab 28 Millionen aus und verbuchte 748 Millionen Präsenz. Bernie Sanders gab ebenfalls 28 Millionen aus, erreichte aber nur Präsenz für 321 Millionen. Freunde des sozialistischen Senators aus Vermont werden dafür mit Vergnügen zur Kenntnis nehmen, dass er die Vorwahlen der Democrats Abroad überlegen mit 69 zu 31 Prozent gewann. Es ist die zehnte Vorwahl, die er für sich entschied. Sanders erhielt bei einer Rekordbeteiligung neun der gewählten Delegierten, Clinton vier. Die Demokraten in Österreich wählten übrigens mit 286 zu 122 Stimmen für Sanders.

Quelle:

Measuring Donald Trump's Mammoth Advantage in Free Media, NYT 15.3.2016


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