Madame hat Lust, Filme zu machen

Das Metro Kinokulturhaus würdigt Alice Guy, die erste Frau in der Geschichte des Kinos. Sketche, Dokus, Experimente: Kein Genre war vor ihr sicher. Und manchmal trägt das Dienstmädchen einen Bart

Feuilleton | Filmgeschichte: Michael Omasta | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Welch schöne Szene! Mama hat sich' s mit einem Krug Bier und einer Zigarette im Lehnstuhl bequem gemacht, während Gespons und Sohnemann den Haushalt erledigen: Der eine bügelt eifrig, der andere sitzt frohgemut an der Nähmaschine.

"Les Résultats du féminisme" heißt dieser kleine Film aus dem Jahr 1906, der die Geschlechterverhältnisse für einmal auf den Kopf stellt. Durchwegs resolute Frauen machen darin Jagd auf schüchterne Männer, die als Modisten arbeiten, mit Kinderwagen im Park flanieren oder ihre zerlumpten Kleinen vorschicken, um elegante Damen anzuschnorren.

Gedreht hat ihn Alice Guy, die erste Frau in der Geschichte des Kinos. Es ist einer von vermutlich mehr als 1000 Filmen, die sie zwischen 1896 und 1920 geschrieben, inszeniert oder produziert hat. Kein Genre war vor ihr sicher: Sie drehte Komödien ebenso wie Dramen, Western oder Detektivgeschichten, farbenprächtige Tanzszenen genauso wie Reiseberichte.

Guys breitgefächertes Repertoire zeigt, dass die althergebrachte


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