Buch der Stunde

F. Scott Fitzgerald und der letzte Sommer des Jazz

Feuilleton | Georg Renöckl | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Am Strand von Nizza baden nur Pferde. Wo es geht, treiben Soldaten ihre Tiere zur Abkühlung ins Wasser. Der Rest der Küste: Steine, Felsen, Dreck. In einer kleinen Bucht am Rand einer ausgedörrten Halbinsel räumt das US-amerikanische Ehepaar Murphy eine dicke Schicht Seegras auf die Seite, ohne vom Kopfschütteln der Einheimischen Notiz zu nehmen.

Sommer, Sonne und Sand, das interessiert 1922 noch niemanden, die Society reist an den kühlen Ärmelkanal. Die Murphys kaufen einstweilen ein Haus mit Grundstück oberhalb "ihres" Strandes, bauen Gemüse an und halten Milchkühe. Und sie laden ihre Freunde ein: Picasso, Strawinsky, Cole Porter, Zelda und F. Scott Fitzgerald.

Letzterer will gleich den ganzen Sommer 1926 hier verbringen, weit weg von Paris, New York und all den Skandalen. "Ich bin glücklich wie seit Jahren nicht mehr", notiert er. "Es ist einer dieser außergewöhnlichen, kostbaren und viel zu vergänglichen Momente, in denen alles im Leben gut zu laufen scheint." Hier will


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