Auf die Plätze!

Die Neugestaltung des Schwedenplatzes hat eine wichtige Frage aufgeworfen: Wann sind Plätze schön? Wann hässlich? Wir suchen Antworten in der Geschichte des Städtebaus und an den tristesten Flecken Wiens

Essay: Maik Novotny | Stadtleben | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016


Foto: Christian Wind

Foto: Christian Wind

Flugzeuglandebahn! Betonwüste! Was dem Schwarzenbergplatz nach seiner Umgestaltung 2004 nachgesagt wurde, war nicht gerade schmeichelhaft. In der Tat, der Platz kommt als steinerne Piste daher, bis er sich am Hochstrahlbrunnen im Grün erholen darf. Aber war hier wirklich eine urbane Idylle verlorengegangen? Eher nicht. Der alte Schwarzenbergplatz prunkte mit einer unzugänglichen Insel, auf der saisonal wechselnde Blumenbeetarrangements vom Verkehr umtost wurden. Erholungswert? Null. Städtisches Leben? Nein. Urbanität entsteht nicht durch das Betrachten von Grasnarben über drei Fahrspuren hinweg.

Erstaunlicherweise hört man Ähnliches nie über die zu Recht als urbanes Ideal geltenden italienischen Plätze. Dabei findet sich auf dem Campo in Siena kein einziger Grashalm, auf dem Markusplatz in Venedig keine sechseckige Schüssel mit Stiefmütterchen, und auch die Piazza della Signoria in Florenz kommt baumlos aus. Nur werden diese Plätze nie als „menschenfeindliche Steinwüste“ bezeichnet.

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