Summ, summ, summ

Unter dem Motto "Rettet die Bienen" feiert das gute, alte Imkern ein Revival - vor allem auch in der Stadt. Wer das große Summen erst einmal ausprobieren will, kann von Bernhard Mayerhofer einen Bienenstock mieten

Landleben | Bericht: Julia Kospach | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016


Foto: Christopher Mavric

Foto: Christopher Mavric

Ohne seinen Sohn Hubertus wäre Bernhard Mayerhofer gar nicht auf die Idee gekommen, mit dem Imkern anzufangen. Doch eines Tages vor vier Jahren kam Hubertus, damals zehn, nach Hause und zeigte seinem Vater einen Holzbienenstock, den er in der Schule zu bauen begonnen hatte. Er wolle etwas zur Rettung der Honigbienen unternehmen, teilte er seinem Vater mit. Kurz davor hatten die beiden den Dokumentarfilm „More than Honey“ gesehen. Vom mysteriösen Sterben der Honigbienen ist darin die Rede, vom zunehmenden Schaden, den Pestizide, Umweltveränderungen und Parasiten jenem uralten Haustier zufügen, das für die Bestäubung von weltweit fast 100 wesentlichen Obst- und Gemüsepflanzen zuständig ist. Für die Lebensmittelkette des Menschen ist kein Insekt so wichtig wie die Honigbiene Apis mellifera. Der Status quo, den der Film zeigte, klang erschreckend.

Hubertus baute also seinen ersten Bienenstock, und Bernhard Mayerhofer versprach ihm das Bienenvolk dazu zu kaufen. „Da hab ich zu viel versprochen. Einfach so kaufen, ohne was darüber zu wissen, geht nicht, also haben wir beschlossen, etwas über Bienenhaltung zu lernen.“ Vater und Sohn besuchten Kurse, halfen Imkern bei der Arbeit, legten sich Ausrüstung zu, saßen in ihrem Garten im niederösterreichischen Neuaigen an der Tulln gemeinsam vor den Stöcken und beobachteten die Bienen. Hubertus wurde zum jüngsten Imker des Landes.


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