Kommentar Haager Tribunal

Causa Karadžić: Es werden wieder Fahnen brennen

Falter & Meinung | Vedran Džihić | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Ausgerechnet zu Beginn dieser Woche eröffnete Milorad Dodik, Präsident der bosnischen Teilrepublik Republika Srpska, feierlich ein neues Studentenheim in Pale, einem kleinen Ort 20 Kilometer von der Hauptstadt Sarajevo entfernt. Das Heim ist nach "Dr. Radovan Karadžić" benannt, jenem Mann also, der in den 90er-Jahren für die Belagerung Sarajevos maßgeblich verantwortlich war.

Wenige Tage vor der Verkündung des Urteils gegen den ehemaligen Anführer der bosnischen Serben Karadžić durch das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird die Vergangenheit wieder einmal zum Politikum par excellence.

Als Karadžić 2008 verhaftet wurde, bezeichnete Aleksandar Vučić, heute immerhin serbischer Premier, seine Festnahme als eine "grausige Nachricht". Damit sprach er vielen Serben aus der Seele, denn Karadžić wird von vielen weiterhin als Held gefeiert. Das Urteil gegen ihn - nach fünf Verhandlungsjahren und 586 Zeugen - wird die Region neuerlich spalten. Die Wahrheit gilt auf dem Balkan als


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