Wien Marathon Barbara Tóths Lauftagebuch

Zwischenbilanz: Last Women Standing

Stadtleben | aus FALTER 12/16 vom 23.03.2016

Womit kann es zusammenhängen, dass von der achtköpfigen Falter-Laufmannschaft, die zu Jahresbeginn an den Start ging, um binnen 13 Wochen fit genug zu sein, beim Wien-Marathon am 10. April zu starten, nur mehr die vier Frauen im Rennen liegen? Wir wollen hier ja jetzt nicht den Lauffeminismus raushängen lassen, aber es schaut ganz so aus, als hätten die Herren es mit ihrem Trainingsehrgeiz etwas übertrieben.

Kurze Zwischenbilanz: Art-Direktor Dirk Merbach: abgebogen. Feuilletonistenduo Klaus Nüchtern und Matthias Dusini: muskel-und sehnenmarod, Marathonstart in Schwebe. Falter-Geschäftsführer Siegmar Schlager trainierte als einsamer Wolf, am Montag kam die traurige Nachricht, dass er aufgibt. Die Damen hingegen: Feuilletonistin Stephanie Panzenböck: rekonvaleszent, aber voll motiviert. Anzeigenchefin Sigrid Johler und Junior Account-Managerin Anna Bellmond klopften beim letzten 12-Kilometer-Testlauf Dienstag vor zwei Wochen das geforderte Tempo von sechs Minuten 15 auf den Kilometer ganz lässig runter. Ich hielt mit, meine iPhone-Stöpsel demonstrativ im Ohr. Weil sonst hätte ich (Jahrgang 1974) mich mit Sigrid (Jahrgang 1962) auch noch unterhalten müssen. Sigrid kann nämlich plaudern, während sie mit nahezu zehn Kilometern pro Stunde die Prater-Hauptallee runterwieselt. Nur einmal bremsten wir ab, da querte ein Riesenbiber unseren Weg.

Jetzt dreht sich alles um die Halbmarathonzeit. Unter zwei Stunden und zehn Minuten sind das Ziel. Zwei Stunden und acht Minuten brauchte ich vor zehn Jahren für die 21,09 Kilometer, damals, als ich das erste und bislang einzige Mal in der Wachau startete. Dazwischen liegen zwei Kinder und sieben Kilo. An meiner Podcast-Liste feile ich schon, weil reden werde ich am 10. April beim Laufen sicher nicht können.


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