Nüchtern betrachtet

Wenn's wo tropft, muss man dichten

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Nachdem sich meine handwerklichen Fähigkeiten im Wesentlichen auf das Einschlagen von Nägeln und das Einschrauben von Glühbirnen beschränken, bin ich bei allem, was darüber hinausgeht und durch schieres Abwarten und Aufschieben nicht zu beheben ist, darauf angewiesen, die Handwerker ins Haus zu holen. "Der hat die Handwerker!", hätte man seinerzeit gesagt und das ganz ähnlich verstanden wie "Der hat die Schafblattern!". Handwerker galten als durchtriebene Tunichtgute, die den Auftrag, ein Rohr zu verlegen, weit über alle tolerierbaren Grenzen des Metaphorischen hinaus auszudehnen beliebten, dem abwesenden Hausherrn dann auch noch das Bier wegsoffen und Wegzeiten fürs Zigarettenholen verrechneten. Dergleichen Retro-Mythologie wird heute allenfalls in den Werbespots von Installateuren aufgewärmt, ansonsten sind das Flansche von vorgestern.

Es ist nicht so, dass es mir völlig an physikalisch-technischer Einsicht gebricht. Ich weiß schon, dass man dichten muss, wenn's wo tropft,


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