Kommentar Zeitgeschichte

Wer baut jetzt ein Holzpferd für Herrn Faymann?


Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Im Foyer des Wien Museums am Karlsplatz steht noch bis zum 4. Mai ein gigantisches Pferd aus Holz. Es erinnert an die Waldheim-Affäre, die vor 30 Jahren Österreich erschütterte. Der Bildhauer Alfred Hrdlicka hatte es für den Republikanischen Club gebaut, als Sinnbild für Österreichs schlampigen Umgang mit seiner Vergangenheit. Der ÖVP-Präsidentschaftskandidat Kurt Waldheim versuchte damals, seine Jugendjahre als Wehrmachtssoldat auf dem Balkan zu verheimlichen, und wurde zum Symbol für die Wehrmachtsgeneration, die nichts vom Holocaust gewusst haben wollte.

Den Republikanischen Club gibt es immer noch. Ihn gründeten 1986 die wütenden Söhne und Töchter der ignoranten "Wir haben doch nur unsere Pflicht erfüllt"-Eltern. Jene, die fanden, es sei hoch an der Zeit, dass Österreich sich seiner Mitschuld an den Nazi-Verbrechen stellt. Und endlich aufhört, offi ziell immer noch so zu tun, als wäre es Adolf Hitlers erstes Opfer gewesen. Die Waldheim-Affäre war immer auch ein Generationenkonflikt.

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