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Guten Morgen, ohne Sorgen!

Medien | Betrachtung: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Am Dienstag flimmerte erstmals das neue ORF-Frühprogramm "Guten Morgen Österreich" über die Schirme. Täglich wird ein Team in einem Studiobus in eine österreichische Gemeinde fahren, um von dort schöne Bilder zu senden. Sieben Millionen Euro netto wird das den ORF pro Jahr kosten. Die Ortsporträts können die Gemeinden nach der Ausstrahlung erwerben.

Mitte Februar stellte der ORF die Sendung mit großem Trara der Presse vor. Nacheinander wurden die Moderatorinnen aus den Bundesländern auf die Bühne geholt. Jung, blond, hübsch; man konnte sie nur anhand ihres Dialekts unterscheiden. Die Moderatoren ebenfalls aus einem Model geformt: jung, dunkelhaarig, Brille, Bart. Nur der blonde Riese aus der Steiermark stach optisch heraus.

Das zeigt schon: Das Publikum soll in der Früh nicht irritiert werden. Es geht um gute Laune. Fitness, Gesundheit, Garten, Wetter, Kochen, dazwischen kurze "ZiB"-Sendungen. Das Herz der Sendung ist die jeweilige Gemeinde mit ihren Bewohnern. Der ORF, ganz nah.

Im Vorfeld kritisierte die Krone die Sendung als "Landeshauptmann-TV", weil sie die mächtigen Landesfürsten befriedigen solle. Das Volk bekomme schließlich harmonische Wohlfühlbilder aus der Heimat serviert .Aber die Kritik der Krone flaute schnell ab. Maggie Entenfellner, die Tier-Kolumnistin der Krone, wird in "Guten Morgen Österreich" nun Tiertipps geben. Nicht nur die Krone freut's. Jene ORF-Stiftungsräte, die von den Landeshauptleuten bestellt werden und ORF-Chef Alexander Wrabetz im Sommer wiederwählen können, werden ihm wegen "Guten Morgen Österreich" auch nicht gram sein.


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