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Feuilleton | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Leipziger Buchpreis 2016

Vergangenheitsverdrängung? Geschichtsmüdigkeit? Das war einmal. Heute finden die Deutschen nichts spannender als die eigene jüngere Historie. Die Buchpreise belegen dies: War im Herbst 2015 Frank Witzels 800-Seiten-Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden, so ging dessen Leipziger Pendant vergangene Woche an Guntram Vespers 1000-Seiten-Opus "Frohburg". Der Roman des aus dem sächsischen Frohburg gebürtigen Autors (Jg. 1941) nimmt von der Gegenwart aus noch einmal Nationalsozialismus, DDR und alte BRD ins Visier. Er belege, so die Jury in ihrer Begründung, wie die "Übermacht von Geschichte ( ) über die konkreten einzelnen Menschen hinwegrollt". Der Text sei auch deshalb bemerkenswert, weil die Sätze "stets konkret, geatmet, nah dran an der Mündlichkeit" seien. Der deutsche Verlag Schöffling &Co stellte nicht nur den Sieger in der Kategorie Belletristik,


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