Die verlorene Glaubwürdigkeit der Medien

Der Journalismus kranke am Mainstream, meint der deutsche Journalismusforscher Uwe Krüger. Er warnt vor den Folgen

Politik | Rezension: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Die Verschwörungstheorie der Chemtrails (Flugzeug-Kondensstreifen, mit denen das Militär angeblich die Bevölkerung schädigen will) ist mittlerweile so weit verbreitet, dass FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer im Parlament Anfragen dazu einbrachte. Die Impfgegner haben im Netz Hochkonjunktur. Rechte Propagandaseiten, die gegen Flüchtlinge hetzen, sprießen aus dem Boden. Die Gegenöffentlichkeit wächst. Leser wenden sich von klassischen Medien ab und informieren sich lieber auf dubiosen Nachrichtenkanälen. Wie konnte es dazu kommen?

Uwe Krüger forscht in der Abteilung Journalistik an der Universität Leipzig und gibt in seinem Buch "Mainstream" mögliche Antworten darauf, warum Menschen das Vertrauen in klassische Medien verloren haben. Er kommt dabei zu interessanten Schlüssen.

Da wäre zunächst der offensichtlichste: Verantwortlich sei der ökonomische Druck. Der Anzeigenmarkt erodiere, Verlage bauen Stellen ab und dünnen Redaktionen aus. Freie Journalisten zählen


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