Verkettung unglücklicher Umstände

Einkaufen auf der Mariahilfer Straße bedeutet Shoppen bei Großkonzernen. Wenn kleine Händler aufgeben, kommen große Ketten nach. Das Wiener Beispiel eines globalen Phänomens

Begehung: Lukas Matzinger, Birgit Wittstock | Stadtleben | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016


Foto: Julia Fuchs

Foto: Julia Fuchs

Diese Geschichte könnte überall spielen. Auf allen großen Einkaufsstraßen. Etwa auf der Calle Preciados in Madrid, auf der Mönckeberger Straße in Hamburg, der Rue Sainte-Catherine in Montreal oder der Novy Arbat in Moskau. Es gab eine Zeit, da war der Witz beim Reisen, dass man Sachen mit nach Hause brachte, die es daheim nicht zu kaufen gab. Diese speziellen Waren aus Geschäften, die es nur in eben diesem Land, in eben dieser Stadt gab. Im prallen Einkaufssackerl entführte man der jeweiligen Stadt einen ureigenen Teil von ihr.

Heute ist das anders. Die Einkaufsstraßen der Metropolen sind zum Terrain internationaler Großkonzerne geworden. Die Shopping-Kultur ist längst fade Monokultur. Die lokalen Einzelhändler, die kleinen Boutiquen, die Handwerksspezialisten – sie sind weitgehend verschwunden. Nachgerückt sind die immergleichen Filialen und Franchisenehmer der immergleichen Ketten: H&M, Zara, Bershka, Foot Locker, Primark, Mango, Forever 21, Peek&Cloppenburg, C&A und wie sie alle heißen mögen.

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