Phettbergs Predigtdienst

Mir wird nur eine Rassel zugemutet

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Kolumnen | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Zarathustra, das "kostbare Kamel Gottes", hat immer gesagt, das neue Jahr, Nouruz, beginnt am 21. März. Das nennen "wir" Frühlingsbeginn. Ich bin ja seit meinen Babyzeiten am Trigonometrieren des Seins (mit vielen kleinen Dreiecken das Leben ausmessen). Wer je literarisch begabt ist und war, twittert seine guten Sätze weltweit hinaus und wird dann zur Prophetin bzw. zum Evangelisten bzw. zum Kirchenvater oder so. Und Zarathustra wird unmodern, Judentum und Christentum sind jetzt en vogue, und der Islam will auch mitreden, drängt sich mit Selbstmordattentätern nach vor in der Warteschlange des Absterbens, amen: Beten geht aber so! Dass ihr mir ja glaubt! Irgendwo las ich, Zarathustra sei auch ein Schamane gewesen, und morgen ist wieder mein dritter Samstag im Monat, also geh ich Schamanisch Reisen in den Palmyra-Saal.

Heute in der Früh um 5.30 Uhr trat der Frühling ein, also wird seit Zarathustra die Tages-und Nachtgleiche mit gefärbten Ostereiern begangen, als Fruchtbarkeitssymbole. Drum hat Paul Baumann den Schamanisch Reisenden gefärbte Ostereier geschenkt. Ich bin überall der Unwürdigste. Ja, ja, alle anderen Schamanisch Reisenden trommeln ein paar Minuten ganz laut und wild und innig mit ihrer Schamanen-Trommel, und dann meldet sich ihre Traumzentrale, und sie haben sich schon unglaublich viel ertrommelt. Ich sitze jetzt schon mehrere Jahre im Palmyra-Saal beim Schamanisch Reisen und ertrommle mir nix und könnte auch gar nicht wirklich trommeln, drum wird mir eh keine richtige Trommel zugemutet, mir wird nur eine Rassel zugemutet, ich darf nur rasseln und in meinem Hirn find ich dann gar nix vor, nur völlige Leere. Aber fast alle anderen haben Riesengedankenquellen entdeckt.

Eigentlich will ich die ganze Zeit schon Adolf Holl wegen einer einzigen Frage besuchen: Unter Joh 20,6-7, wo im Grab Jesu "an einer bestimmten Stelle" das Schweißtuch des toten Jesus gelegen ist, und da, wo Jesus aufersteht, lässt Jesus dieses Tuch "an dieser bestimmten Stelle" liegen. Erstens würd ich gern wissen: Was war das für eine Stelle? Und zweitens: Gab es in allen alten jüdischen Gräbern Kloanlagen, und ist das vielleicht diese Stelle? Oder was könnte das sonst für eine Stelle gewesen sein?

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige