Erlebnisse fürs Wochenende

Landpartie

Landleben | EK | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Auf zum Vorarlberger Meer! Ohne Frage, die Sprache kommt vom anderen Ende der Welt, mit dem Zug hat man Bregenz von Wien aus aber doch in knapp sieben Stunden erreicht. Warum diese Strapazen auf sich nehmen? Der Grund ist flink, schimmert bläulich, schmeckt fantastisch und kommt aus dem Wasser: Felchen.

Wie bitte? Der Felchen, der kleine Bruder der Forelle, lebt nur im Bodensee. Das ist den meisten Österreichern nicht bekannt und macht den Vorarlberger besonders stolz. Im April beginnt die Hauptfangsaison, was heißt, dass man hier überall, ob man will oder nicht, Felchen bekommt.

Für den Fischer Franz Blum bedeutet der Frühlingsbeginn also fortan viel Arbeit. Von Montag bis Samstag fährt er morgens auf den See und wirft sein 480 Meter langes Netz aus. Sein Vater war bereits Fischer, der Großvater ebenso. Und was wird aus dem Junior? Blum zögert. Das könne er nicht sagen. Früher haben sie den Fisch kiloweise aus dem Wasser geholt, heute gelten 50 Stück am Tag als guter Fang. Die Felchen werden weniger. Das liegt auch an der Abwasserklärung, die so gut funktioniert, dass es nicht mehr genügend Algen und Plankton, also Felchenfutter gibt. Kurz: Den Felchen wird der Bodensee schön langsam zu sauber.

Was man hier außer Felchenschlemmen noch machen kann: Ein Spaziergang am Seeufer bietet sich an, vom Kornmarkt bis zur Seebühne - mit der obligatorischen Pause beim Milchpilz-Standl. Nirgends fühlt man die 50er-Jahre so wie hier, mit einem Vorarlberger Kakao in der Hand.

FELCHEN-ESSEN AM BODENSEE

Warum dorthin?

Weil Steckerlfisch schließlich nicht die einzige Zubereitungsart von Süßwasserfischen ist

Wo essen?

Beim Fischer Franz Blum in Hard

Und dann?

Eine der vielen Ausstellungen im Kunsthaus Bregenz und dem vorarlberg museum anschauen


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