Kolumne Außenpolitik

Flüchtlingskrisen werden der Normalzustand der Zukunft

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Die Massenmigration, die Europa erfasst hat, ist keine temporäre Krisenerscheinung, die man mit Stacheldraht und Grenzzäunen bewältigen kann. Sie wird vielmehr der Normalzustand unserer Zukunft werden. Der globale Klimawandel beschleunigt Spannungen und Krisen derart, dass es in den kommenden Jahrzehnten zu massiven Bevölkerungsverschiebungen kommen wird, unter anderem aus Afrika und dem Nahen Osten in Richtung Europa.

So argumentiert Ellie Mae O'Hagan vom linken britischen Centre for Labour and Social Studies. In diese Richtung gehen auch die strategischen Überlegungen von US-Präsident Barack Obama. Indem wir die Flüchtlingswelle zu einer Ausnahmeerscheinung erklären - schreibt O'Hagan -, rechtfertigen wir auch die aggressive Rhetorik und die Maßnahmen gegen die Migranten. Das verletzt unseren Anspruch auf Rechtsstaatlichkeit und Humanismus, lässt uns aber die Illusion, jenseits der Ausnahmesituation doch noch menschlich und demokratisch zu sein.

In ihrer Aprilausgabe bringt die


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