Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Terror bedeutet Ausnahmezustand. Auch für den Falter. Vergangenen Dienstag klappte Armin Thurnher seinen Laptop während der Politik-Redaktionssitzung auf. Es wurde kaum geredet. Wir verfolgten geschockt die Livebilder aus Brüssel.

Die belgische Hauptstadt rückte in diesen Minuten verdammt nahe. Schweigen und zuschauen war alles, was man tun konnte. Das galt auch für die vorangegangene Ausgabe. Noch bevor die Attentäter in Brüssel ihre letzte Bombe zündeten, hatte Layout-Chef Raphael Moser die ersten Seiten in die Druckerei geschickt. Terroristen halten sich an keine Gesetze. An den Redaktionsschluss schon gar nicht.

Wie wird man diesem Thema gerecht? Interessiert unsere Leser der Terror in Brüssel überhaupt noch, wenn diese Ausgabe erscheint? Ist bis dahin nicht ohnehin schon alles gesagt? Diese Fragen beschäftigten uns die vergangenen Tage.

Wir haben uns entschieden, das zu machen, was wir am besten können. Erklären und einordnen. Recherchieren, Hintergründe liefern, große Zusammenhänge herstellen, reflektieren. Auf den Politikseiten erläutert Thurnher die Ursachen des Terrors. Nina Brnada recherchierte, warum die Attentäter so lange unbehelligt bleiben konnten. Über die große Faszination des Terrors lesen Sie auf den Medienseiten.

Im Feuilleton porträtiert Gerhard Stöger die Band White Miles, die im Herbst in der Pariser Konzerthalle Bataclan spielte, bevor die Terroristen das Gebäude stürmten. Bittere Ironie: Das Interview hatte Stöger kurz vor den Anschlägen in Brüssel geführt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige