Stadtrand Urbanismus

Zweieinhalb Minuten Attraktion

Birgit Wittstock fordert Thrill, der länger dauert als zweieinhalb Minuten

Stadtleben | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Der Prater hat Geburtstag - happy 250 -, und deshalb macht er sich quasi selbst ein Geschenk: eine neue Attraktion. Das ist doppelt super, denn eine neue Attraktion - also ein Fahrgeschäft, das auch tatsächlich Anziehungskraft auf über Zehnjährige ausübt - gab's im Prater zuletzt vor gefühlten 20 Jahren. Es muss erst einmal ein Vierteljahrtausend vergehen, ehe es gelingt, eine ordentliche Achterbahn anzuschaffen. Und wer nun angesichts dieser nahezu unfassbaren Neuigkeit meint, sich feste vorfreuen zu können, der zügle die Pferdchen, denn: Die neue Attraktion ist in Wirklichkeit nur geborgt und wird im August schon wieder abgebaut.

Da fragt man sich schon, warum Wien keinen Vergnügungspark hinbekommt, der diesen Namen auch wirklich verdient. Selbst die Fahrgeschäfte, die vorübergehend auf den Jahrmarktrummeln der deutschen Herbstfeste stehen, bieten mehr Nervenkitzel als der anachronistische Wiener Wurstelprater, wo man seit Generationen Zuckerwatte essend in denselben alten Autodroms herumkurvt. Nun gibt's also zweieinhalb Minuten Thrill und danach wieder tödliche Langeweile - alles Gute!


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