Am Apparat Telefonkolumne

Herr Eiselsberg, wie kamen Ihre Umfrageergebnisse zustande?

Politik | Interview: Josef Redl | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte die Kronen Zeitung eine Umfrage des Linzer Imas-Instituts mit der sogenannten Sonntagsfrage: Wenn kommenden Sonntag Bundespräsidentenwahlen wären, wem würden Sie Ihre Stimme geben? Dass Alexander Van der Bellen im Gegensatz zu den meisten anderen Umfragen mit 19 Prozent hinter Norbert Hofer (21 %) und Rudolf Hundstorfer (21 %) lag, verwunderte viele. Paul Eiselsberg, Research Director von Imas, erklärt sein Ergebnis.

Fast alle Umfragen, die derzeit veröffentlicht werden, sehen Alexander Van der Bellen deutlich vorn. Warum unterscheidet sich Ihr Ergebnis so stark von den anderen?

Ehrlicherweise kann ich die Ergebnisse der anderen nicht bewerten. Ich kenne die Methodik nicht, weiß nicht, in welchem Zeitraum die Umfragen gemacht wurden. Deswegen kommentieren wir die Ergebnisse von anderen Instituten nicht.

Waren Sie nicht selbst überrascht?

Was derzeit vollkommen untergeht: Es ist ja nicht so, dass unser Befund völlig widersprüchlich zu allen anderen steht. Auch die anderen Ergebnisse sind ja nicht einheitlich. Andreas Khol kommt in verschiedenen Befunden auf Ergebnisse zwischen zehn und 19,5 Prozent.

Wenn man bei Ihrer Umfrage die Prozente von den Kandidaten Griss, Hofer, Hundstorfer, Khol und Van der Bellen addiert, ergibt das 89 Prozent. Wo bleibt der Rest?

Da müssen Sie noch Richard Lugner dazuzählen. Dazu hatten wir Mitte März noch die Antwortmöglichkeit "ein ganz anderer Kandidat".

Wer war der Auftraggeber der Umfrage?

Die Kronen Zeitung. Dort stand auch im Text, dass die Umfrage keine Prognose ist, weil ja auch der Wahlkampf noch gar nicht begonnen hat.

Wie viele der Befragten waren noch unentschlossen?

Ungefähr 50 Prozent. Deswegen kann eine Prognose derzeit auch nicht abgegeben werden.


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