Ein Salon zum Flanieren

Die Hietzinger Villa Beer ist ein Meisterwerk der Moderne. Nun ist sie erstmals für Fans des Architekten Josef Frank geöffnet

Feuilleton | Lokalaugenschein: Matthias Dusini | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Die schmuddeligen Sixties-Tapeten im Schlafzimmer sind nicht original, aber sonst ist vieles noch so, wie es Josef Frank haben wollte. Von 1929 bis 1931 baute der Wiener Architekt für den Fabrikanten Julius Beer eine Villa, die heute zu den wichtigen Denkmälern der Zwischenkriegszeit gehört. Am 2. und 3. April veranstaltet das Architekturzentrum Wien ein kleines Festival mit Führungen und Vorträgen.

Seitdem die ehemalige Eigentümerfamilie vor einigen Jahren ausgezogen ist, steht das Gebäude leer. Einige Möbel kamen ins Museum für angewandte Kunst, wo derzeit eine Josef-Frank-Retrospektive läuft. Die Räume machen den Eindruck, als hätten die Bewohner die Villa gerade verlassen. Die Schränke sind ausgeräumt, aber der Flügel steht noch da.

Warum die Villa Beer mit der Villa Tugendhat in Brünn und Le Corbusiers Villa Savoye in Poissy bei Paris zu den Ikonen der Moderne gehört, erschließt sich dem Besucher auch ohne Vorwissen. Das Haus Beer ist das gebaute Manifest der Auffassung


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