Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wien ohne Migranten: älter, einsamer und hungriger

Politik | Simon Seher | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Das Institut für Soziologie der Universität Wien hat in einer Studie untersucht, wie Wien ohne Menschen mit Migrationshintergrund aussehen würde. Mehr als die Hälfte aller Wiener hat ihre Wurzeln nicht oder nicht nur in Österreich. Die größte Gruppe der Menschen, die nicht in Wien geboren wurden, kommt ursprünglich aus Serbien und Montenegro, dahinter liegen die Türkei und Deutschland. In Wien liegt das Durchschnittsalter derzeit bei 35,5 Jahren, ohne Migrantinnen und Migranten wäre es um zehn Jahre höher.

In ihrer Analyse rechnen die Forscher auch vor, dass die Bevölkerung wesentlich einsamer wäre. In jeder vierten Wiener Beziehung wurde einer der Partner nicht in Wien geboren. Mehr als 200.000 Wohnungen stünden leer. Diese Zahlen sind besonders beeindruckend: Ohne Migranten gebe es ein Drittel weniger Studierende, nur noch jede zehnte Reinigungskraft bliebe übrig.

65,5 Prozent der Menschen in Sozialberufen haben Migrationshintergrund. 508 chinesische Restaurants und 71 Wiener Imbissbuden würden wegfallen. Jeder zweite Wiener Gastronomiebetrieb wäre ohne Chef. Auch der Wiener Wein wird fast ausschließlich von ausländischen Arbeitskräften gelesen.


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