Film Neu im Kino

Money makes the world go round: "WINWIN"

Lexikon | Vanessa Scharrer | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Welch ein schöner Zufall, dass Daniel Hoesls neuer Film "WIN-WIN" mit 1. April in die Kinos kommt, ist er doch eine Parodie auf die Finanz- und Investorenlandschaft.

Nicolas Lachmann, Frances Sandberg und Bernard Efferant sind die drei Kämpfer für Innovation durch Investition. Sie haben internationale Geschäfte auf den Weg gebracht, sind geschmackvoll gekleidet, motivierend und selbstbewusst. Die drei Musketiere haben eine namenlose Asiatin bei sich, die dabei hilft, nun auch in Österreich zu investieren.

Betroffen sind Medienunternehmen, Kunstsammlungen und Rohstofflieferanten. Die Politik ist dabei ein hilfreicher Partner. Die Strategien und Statements bei den Übernahmen steigern sich in ihrer Absurdität: Da wird ein Vorstand komplett durch Sandler vom Praterstern ersetzt, die morgens zusammen Qigong-Übungen machen, und das lächerlich große Büro der Investoren ist kaum mit Möbeln ausgestattet, dafür aber mit jeder Menge gelber Hüpfbälle und Segways.

In dieser modernen Welt geht es nicht um nachvollziehbare Aussagen oder logische Zusammenhänge, vielmehr wird in Floskeln gesprochen, alles gekrönt von poppiger elektronischer Musik. Hoesl hat bereits mit seinem Debütfilm "Soldate Jeannette" gezeigt, dass er sich der Parodie auf Verschwendung und Luxus bevorzugt annimmt. Doch dieses Mal verlieren sich die kritischen Ansätze und wirken weniger provokant und ironisch als vielmehr etwas langweilig und dekorativ, was sicherlich daran liegt, dass die luxuriöse Finanzwelt, die einfach mit Millionenbeträgen jongliert, für die wenigsten von uns nachvollziehbar ist. Hoesl präsentiert eine glattgebügelte Fassade, die zu wenig Reibungsfläche und Inhalt bietet, als dass sie wirklich kritisch wirksam würde.

Ab Fr im Stadtkino im Künstlerhaus (OmU)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige