Sport Glosse

Vom abgedankten Kaiser und es gehören viel mehr Leben gekauft

Johann Skocek will den Beckenbauer back

Stadtleben | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016

Ein Gespenst geht um in Österreich, das Nationalteam. Außerhalb der Innenwelt der Rapid ist man Begeisterung um eine Fußballmannschaft schon gar nicht mehr gewöhnt. Irgendwie fremd. Nicht unangenehm, als kehrte das adoleszente Fieber zurück. David Alaba trainierte und spielte tatsächlich in Österreich. Österreich. Live und in echt. Richtiger Fußball. Euphorie, als würden sie auf Ö3 wieder richtige Musik spielen. Der Jammer ist bloß, ja, sicherlich, dass der Franz, der Beckenbauer, also der ist nicht mehr bei der EM dabei. Der Kaiser. Der Koller, der wird das verkraften. Aber der Alaba. Verlängert bei Bayern bis 2021 und jetzt kein Beckenbauer mehr. Also als Analyst. Persönlich schon irgendwo. Schönbrunn hat ja auch ein Leben, irgendwie, ohne Fernsehen. Der Kaiser, also der deutsche, hat jetzt einen Skandal, das gehört zu einem Prominenten. Das bringt Tiefe. Menschlich. Nähe. Wer würde freiwillig nach Schönbrunn gehen ohne die flüchtige Kaiserin Sisi? In Österreich haben wir haufenweise Analysten mit flüchtiger intellektueller Präsenz. Aber keinen mit Schmäh. Der Marko Arnautovic könnte so einer werden. Der spielt aber noch. Wenn er aufhört, muss er sofort zu Sky. Wenn er zickt, kaufen wir einfach sein Leben.


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