Neues beim größten Fahrradfestival

Am 2. und 3. April findet auf dem Rathausplatz wieder das Argus Bikefestival statt

Lexikon | Vorschau: Simon Seher | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016


Foto: Philipp Greindl, Red Bull Content

Foto: Philipp Greindl, Red Bull Content

Spätestens wenn das Bikefestival näherrückt, ist es Zeit, sein Fahrrad aus dem Keller zu holen. Seit 1999 gilt die Veranstaltung als Auftakt der Radsaison. Heuer haben die Organisatoren das Programm entrümpelt und das Festivalgelände auf dem Rathausplatz neu gestaltet. Das bisherige Highlight, der Dirt-Contest „Vienna Air King“, findet nur noch alle zwei Jahre statt. Es werden also erst wieder 2017 riesige Erdhügel aufgeschüttet, auf denen die Profis ihre spektakulären Tricks zeigen können. Man rechnet aber trotzdem mit rund 100.000 Besuchern.

Neu im Programm ist die „Red Bull Fuxjagd“, die vom Lusthaus im Prater auf den Rathausplatz übersiedelt. Dafür wird ein anspruchsvoller Parcours aufgebaut, Steilkurven und Hindernisse inklusive. Bei der Fuxjagd müssen die Biker ihren Gegnern den am Rad befestigten Fuchsschwanz abluchsen. Es ist Schnelligkeit und viel Geschick gefordert. Gefahren wird mit „Fixies“, also Rädern ohne Gangschaltung und ohne Freilauf. Bremsen sind nicht erlaubt.

Einer der Favoriten bei der Fuxjagd ist Christian Striedner. Er fährt hauptberuflich Fahrrad. Als Fahrradbote geht er in Graz einer Arbeit nach, die für ihn „Job und Hobby in einem“ ist. Bis zu 1000 Kilometer fährt er im Monat, das reicht für ihn schon als Training. Striedner reizt am Bikefestival besonders, außergewöhnliche Steilkurven fahren zu können, die es im urbanen Alltag nicht gibt. An der Fuxjagd können alle Radfahrer ab 16 Jahren teilnehmen, es wird einen eigenen Damenbewerb geben.

Auch eine österreichische Meisterschaft wird im Rahmen des Bikefestivals ausgetragen. Im Rad-Trial messen sich die geschicktesten Radfahrer und überqueren Hindernisse, etwa Steine oder Baumstämme. Trialer fahren nicht, viel mehr hüpfen sie gezielt mit ihren Rädern herum und beweisen damit ihre Körperbeherrschung. Die Fahrer dürfen den Boden nicht berühren, dafür gibt es Fehlerpunkte. Besonders bequem ist diese Sportart nicht. Die Räder haben weder Federung noch Sattel.

Neben der Fuxjagd und dem Trial-Parcours gibt es noch eine Pumptrack-Strecke. Diese aus den USA kommende Disziplin zeichnet sich durch ihre nur einen Meter breite Strecke aus. Sie besteht hauptsächlich aus Bodenwellen, aber auch Steilkurven und Sprüngen. Ziel von Pumptrack ist es, sich vorwärts zu bewegen, ohne zu treten. Das passiert nur durch Körperbewegung, die die Fahrer an die Wellen anpassen. Die Wellen müssen einen gewissen Abstand haben, damit die Fahrer ordentlich beschleunigen können. Richtige Profis fahren auch hier ohne Federung.

Das Bikefestival bietet nicht nur sportliche und akrobatische Highlights, es ist auch eine riesige Fahrradmesse. Zweiradfans starten also perfekt informiert in die Saison und wissen über neue Trends, Modelle und geplante Radreisen Bescheid. Es gibt einen E-Bike-Parcours, auf dem Besucherinnen und Besucher die elektrischen Räder testen können. Nicht nur das klassische E-Bike ist dort vertreten, auch E-Mountainbikes und E-Enduros. Am Stand der Mobilitätsagentur kann man sich gratis die aktualisierte Wiener Radkarte holen und mit Experten diskutieren.

Der Themenschwerpunkt des Bikefestivals lautet heuer „Transportfahrräder“. Wer also seine Bierkisten, seine Kinder oder seine Waschmaschine künftig umweltfreundlich transportieren möchte, sollte sich die Lastenräder und verschiedenen Anhänger ansehen. Probefahrten sind mit etwa 40 verschiedenen Modellen möglich.

Harald Sauer kennt das Bikefestival wie kaum ein anderer. Seit 1999 stellt der Sporthändler dort aus. Seitdem hat sich viel getan. „Am Anfang war das Festival ein kleines Event von ein paar Fahrradhändlern, jetzt ist es eine Riesenveranstaltung“, erzählt Sauer. Die einzigartigen Wettbewerbe seien der perfekte Rahmen, um das Publikum Richtung „Fitness und Aktivität zu trimmen“.

Mittlerweile schon fixer Bestandteil des Bikefestivals ist der Falter-Fahrradflohmarkt. Er ist die ideale Möglichkeit, sein altes Fahrrad zu Geld zu machen oder ein gebrauchtes zu erstehen. Anders als bei gewöhnlichen Flohmärkten müssen die Verkäufer aber nicht selbst hinter dem Verkaufstisch stehen, sondern sie geben ihr Rad ab und holen sich am Schluss den Verkaufserlös.

Ein besonderer Höhepunkt des Bikefestivals ist die „RADpaRADe“, für die der Ring am Sonntag autofrei wird. Rund 10.000 Radlerinnen und Radler fahren vom Festival zum Praterstern, drehen dort eine Runde und strampeln wieder zurück. Treffpunkt ist um elf Uhr beim Burgtheater.

Wer mit dem Rad zum Festival kommen möchte, kann beruhigt sein: Um die Parkplatzsuche zu erleichtern, stellen die Veranstalter eigene Fahrradabstellplätze zur Verfügung.

Rathausplatz, Sa und So 9.00 bis 18.00


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