Danach und davor. Ein Versuch, den Terror zu verstehen

Der Terrorismus stellt unseren Rechtsstaat infrage und trägt den Krieg in Europas Städte. Wie sollen wir uns ihm gegenüber verhalten? Wie ist er überhaupt entstanden? Sind wir nur seine unbeteiligten Opfer?


Analyse: Armin Thurnher
Politik | aus FALTER 13/16 vom 30.03.2016


Illustration: P. M. Hoffmann

Illustration: P. M. Hoffmann

Barack Obama pflegt seinen Stab angeblich mit der Bemerkung zu beruhigen, mehr Leute kämen durch einen Sturz im Badezimmer ums Leben als durch einen terroristischen Anschlag. Mit Statistiken ist gegen den Terror jedoch nichts auszurichten. Das englische Magazin Economist, das aus Obamas Kabinett plaudert, ergänzt, dass Bevölkerungen sich von ihren Regierungen verlassen fühlen, wenn Terroristen zuschlagen können. Sie haben ihre staatlichen Repräsentanten gewählt, damit sie ihnen Schutz garantieren.

Das Ziel jeden Terrors, egal ob von rechts oder links, ist es, diese Regierungen und den demokratischen Rechtsstaat zu diskreditieren. Das stellte der Terrorismusforscher Walter Laqueur schon 1986 fest. Wir stecken in der Zwickmühle. Jeder Anschlag macht uns unsicher. Jeder Angstwutausbruch sich ungeschützt fühlender Bürgerinnen und Bürger, jeder Ruf nach autoritärem Durchgreifen ist ein Erfolg für die Terroristen.

Allzu schnell erliegen wir Gutmenschen der üblen Mechanik, schwache Regierungen, eine schwache, mäßig legitimierte EU verteidigen zu sollen. Oder der üblen Mechanik, „den Islam“ pauschal zu verteidigen, weil wir jene Muslime schützen und ermutigen wollen, die zur Gewalt aufrufende Koran-Suren anders interpretieren als die Islamisten, die sie wörtlich nehmen.

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