In den Raum greifen

Zaha Hadids von Mut, Willen und Energie befeuerte Architektur hinterließ auch in Österreich Spuren

Feuilleton | NACHRUF: MAIK NOVOTNY | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Es war nur ein kleines Feuerwehrhaus, doch gefeiert wurde es wie ein Ereignis. Das lang erwartete erste Werk der Architektin Zaha Hadid, 1993 auf dem Gelände des Möbelbauers Vitra im deutschen Weil am Rhein errichtet, war der Start zu einer steilen Karriere.

Die Aura der Berühmtheit hatte die 1950 in Bagdad geborene und in London lebende Kosmopolitin schon vorher umgeben, dank ihrer atemberaubenden, von Kasimir Malewitsch inspirierten Zeichnungen von Architekturen, die den Raum zu biegen und zu sprengen schienen, die selbstbewusst in die Welt hineingriffen.

Auch Hadids Feuerwehrhaus mit seinen schiefen, scharfkantigen Betonwänden schien kurz vor dem Auseinanderfliegen zu sein. Dass es für die Feuerwehrmänner nur bedingt benutzbar war -egal. Hier war ein Gebäude, aufgeladen vor Vitalität und Energie, das dadurch seine Umgebung veränderte. Es sollten noch viele und größere Bauten nach demselben Credo folgen.

Zaha Hadid war, so schien es damals, und so scheint es jetzt, nach ihrem


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