Film Neu im Kino

"Unter dem Sand": Buben graben, bis es kracht

Lexikon | DR. ROBNIK | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Dänemark nach Kriegsende 1945: Deutsche Kriegsgefangene werden zur gefährlichen Entschärfung von Minen gezwungen, die die Nazibesatzer gelegt haben. Das dänische Drama "Unter dem Sand" wird international als "Land of Mine" vermarktet. Solch Spiel mit Worten ist in Martin Zandvliets Inszenierung angelegt: Ein dänischer Feldwebel, Aufseher eines Trupps minderjähriger Minenräumer, redet auch im Original Deutsch mit Akzent, zumal in Demütigungstiraden an die Besatzerbuben. Graues Gewand auf weißem Strand: Enthistorisierender Minimalismus verdichtet sich zum Mi(e)nenspiel der Close-ups auf Kinder und Zünder; beide gehen mitunter hoch. Spannung ist da unvermeidlich. Im Unterschied zur Männermoralpathologie in Filmen Aldrichs und Bigelows ist die Sache hier zur Allerweltspsychologie des Keimens von Fürsorge entschärft.

Ab Fr in den Kinos


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