Der widerspenstige Angepasste

Hans-Peter Wipplinger ist der neue Direktor des Leopold Museums. In Passau bereitete ihm ein Mäzen Bauchweh, Krems machte er zum Kunstzentrum. Nun muss er sich in Wien durchsetzen

Feuilleton | PORTRÄT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 14/16 vom 06.04.2016

Die Erbin von Karl Mayländer ist 95 Jahre und soundso viele Tage alt. Mit dieser Presseaussendung macht die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) täglich darauf aufmerksam, dass die Erbin des von den Nazis ermordeten Sammlers noch immer auf ihre Schieles wartet. Jeden Tag geht dieses Schreiben an die Medien, als Mahnung, dass sich das Leopold Museum weigert, Raubkunst zurückzugeben.

Mit der Begründung, kein staatliches Museum zu sein, lehnte die Institution mit der Rechtsform einer Stiftung bisher die Rückgabe ab und strebte finanzielle Vergleiche an. Die Michalek-Kommission stufte bereits 2010 fünf Schiele-Blätter aus der Sammlung Mayländer als restitutionswürdig ein, was von der Familie Leopold bisher angezweifelt wurde.

Hans-Peter Wipplinger, 48, der neue Direktor des Leopold Museums, ist gerade dabei, seine ersten Ausstellungen vorzubereiten. In wenigen Monaten stampfte er eine Schau über den deutschen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck aus dem Boden und zeigt sich nun begeistert von


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige